Schlechtere Konditionen für Beschäftigte


Hat die IGM schlechteren Konditionen für Mitarbeiter zugestimmt um die eigenen Mitglieder finanziell besser zu stellen?

Diese Frage stellte sich bereits im August 2010 und wurde damals von der AUB-OPEL Betriebsgruppe scharf kritisiert.
Für IGM-Mitglieder sollte es derzeit Sachgegenstände oder Vergünstigungen beim Erwerb von Fahrzeugteilen oder Zubehör geben,
obwohl alle bei der Sanierung von Opel geholfen und finanzielle Einbußen hinnehmen mussten.
Später stellte sich heraus, dass es sich doch um Bargeldzuwendungen handeln sollte.






Erfolglose Kritik


Im September wendete sich die AUB-OPEL nach erfolgloser Kritik, per Flugblatt [95 KB] an die Opel-Beschäftigten.





Offener Brief


Am 25.10.2010 wurde von der AUB-OPEL ein >>Offener Brief [74 KB] << an den Opel-CEO Nick Reilly geschrieben.
Damit wollte man erreichen, dass es zum Thema Vorzugsbehandlung eine Stellungnahme gäbe.
Leider auch danach: Stellungnahme - Fehlanzeige.





 








IGM publiziert ihre kollegiale Errungenschaft


Im Februar 2011 veröffentlicht die IGM auf einem Flugblatt [890 KB] eine Auszahlung an ihre Mitglieder, deren Zweck eine Erholungsbeihilfe zur Gesundheitsförderung
darstellen soll und nur IGM-Mitgliedern zur Verfügung steht. Auszahlen soll die Summe dubioserweise der Saarverein. Das es sich dabei um Gelder von Opel handelt wird hier klar, weil man auf einen geschlossenen Tarifvertrag zwischen Opel und der IGM hinweist.






Die ARD will über den Gesundheitsdeal berichten


Aufregung bei der IGM. Man hat gehört das die ARD-Sendung Monitor über den "Gesundheits-Deal" berichten will.
Der Betriebsratsvorsitzende Franz von Opel Rüsselsheim verweigert sämtliche Interviewanfragen.
Armin Schild IGM-Frankfurt wird vorgeschoben und soll seine Statements abgeben.
Dieser Verfasst am 12. Februar eine Stellungnahme [15 KB] , die vor der Ausstrahlung im TV an die Vertrauensleute der IGM ausgeteilt wurde.






Armin Schild IGM

17.02.11 Monitor zeigt Bericht über IGM-Gesundheit





*klick* auf das Bild zum Abspielen.

 








18. Februar 2011


Die AUB-OPEL Betriebsgruppe ist entrüstet. Es gibt und gab also garkeinen Tarifvertrag zwischen Opel und der IGM, der die Beserstellung für IGM-Mitglieder regelt. Per Flugblatt [32 KB] hat man sich ein weiteres mal an die Opelbelegschaft gewendet.






19.02.2011


Die Medienwelt regiert verwundert über die offensichtliche Kungelei der IGM.

Alles in Ordnung reagiert das Rüsselsheimer Echo und veröffentlicht Beschuldigungen über die AUB-OPEL:
Auszug aus dem Artikel:

Nach Recherchen des ECHO hat jedoch alles seine Ordnung.
Offiziell äußert sich von der Opel-Geschäftsleitung niemand zu der Sache, denn das Unternehmen will keine neue Auseinandersetzung mit der IG Metall. Auch der Betriebsrat schweigt. Auf derart reißerische Berichte ohne Substanz reagiere man nicht, hieß es dort. Dem Vernehmen nach wird eine Racheaktion von Mitgliedern der unabhängigen Betriebsratsliste AUB vermutet.


Die Mainzer Allgemeine Zeitung reagiert distanzierter:
Auszüge aus dem Artikel:

Die Unabhängige Arbeitnehmervertretung (AUB) bei Opel bezeichnet die Auszahlung von Erholungsbeihilfen an IG-Metall-Mitglieder als „Bonusaffäre“, das TV-Magazin „Monitor“ ortet den „Saarverein“, der die Beihilfen auszahlt, bei Elke Jäger in einem Nagelstudio im Saarland. Betriebsrat und Unternehmen sehen dagegen keinen Grund zur Kritik: Die Beihilfen und auch die Art der Auszahlung seien rechtlich völlig in Ordnung.
Die Reaktionen aller Beteiligten waren am Freitag kurz und knapp. Gesamtbetriebsrats-Chef Klaus Franz schrieb, alles sei „geprüft, korrekt und legal“. Ansonsten äußere er sich nicht zur „unsachlichen Kampagne der AUB“. Und Unternehmenssprecher Ulrich Weber verwies darauf, dass die Beihilfen „im Einklang mit allen arbeits- und steuerrechtlichen Vorschriften und Regelungen“ stehen. Das ganze sei auch keine Opel-Spezialität, sondern werde in vielen Branchen und Unternehmen praktiziert.
Auch wenn Betriebsrat und Unternehmen keine Bedenken haben - Professor Volker Rieble, Arbeitsrechtler an der Uni München, sieht das kritisch. Die Beihilfen müssten zweckgebunden sein. Doch das ist nicht der Fall. Dass Nichtmitglieder bei den Beträgen zwischen 100 und 200 Euro leer ausgehen, ist für die IG Metall kein Problem.


Die Berliner Zeitung redet von Kritik:

Die Boni für Gewerkschaftsmitglieder bei Opel sind heftig in die Kritik geraten.
Für die acht bis 8,5 Millionen Euro werden keine Sozialbeiträge fällig, sagt Schild. Außerdem sollen sie pauschal mit einem Satz von 28 Prozent besteuert werden. Die Zahlungen würden begünstigt, weil sie als "Erholungsbeihilfen" geleistet würden.
Es werde "in jedem Fall für die Erholung" ausgegeben. Schließlich zahle jedes IG-Metall-Mitglied mindestens 150 Euro für Gesundheitskosten wie Praxisgebühr oder steigende Kassenbeiträge.
Der Arbeitsrechtler Volker Rieble sieht das anders: Der Deal werde von der Allgemeinheit über eine "massive Steuer- und Sozialabgabensubvention" mitfinanziert, kritisiert der Münchner Professor. Und das ist nicht Sinn und Zweck der Gewerkschaftsboni.





26.02.2011


Die AUB fordert ihre Mitglieder bei Opel, per Brief [1.425 KB] nach Hause auf, den Anspruch auf den Erhohlungsbonus per Formular [44 KB] beim Arbeitgeber einzufordern.






28.02.2011


Die AUB in Nürnberg hat diesen Vorgang am 28.02.2011 zur weiteren Aufklärung an die Ermittlungsbehörden gegeben.






WDR 5 (Radio) in der Sendung "Westblick"








04. März 2011 Meldung über die DPA



Staatsanwalt ermittelt bei Opel

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat im Fall von Bonus-Zahlungen an Mitglieder der IG Metall Ermittlungen gegen die Führung von Opel eingeleitet. Auslöser sei ein Fernsehbericht des ARD-Magazins "Monitor", sagte Sprecher Tobias Stewen am Freitag in Darmstadt. Es liege ein begründeter Anfangsverdacht auf Steuerhinterziehung und Vorenthalten von Arbeitsentgeld vor. Ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim sagte, die Ermittlungen seien dem Unternehmen noch nicht bekannt.






10.03.2011


Am 10.03.2011 wurde von der AUB-OPEL Betriebsgruppe dem Büro des Opel-Vorstandes, Anträge auf den Erholungs-Bonus von nicht in der IGM organisierten Arbeitnehmern bei Opel übergeben. Auf diesen Anträgen wird eine Gleichbehandlung der Mitarbeiter gefordert.






30. Juni 2011

Klagen gegen Opel-Beihilfen

Das Arbeitsgericht Darmstadt wird sich mit Erholungsbeihilfen befassen müssen, die vom „Saarverein“ an IG-Metall-Mitglieder in der Opel-Belegschaft ausgezahlt wurden. Unternehmen und Betriebsrat hatten im Frühjahr erklärt, dass Auszahlung der Beihilfen rechtlich in Ordnung sei. Die AUB bezweifelt dies und geht davon aus, dass noch viele Klagen eingereicht werden, da der Organisationsgrad der IG Metall bei Opel in Rüsselsheim bei „55 Prozent oder mittlerweile sogar darunter liegt“.






25.08.2011

Das Arbeitsgericht Darmstadt hat sich am 25.08.2011 das erste Mal mit den Erholungsbeihilfen
befasst, die vom „Saarverein“ an IG-Metall-Mitglieder bei Opel ausgezahlt
wurden. Die Unabhängige Arbeitnehmervertretung AUB-OPEL hatte 100 Einzelklagen beim Gericht
eingereicht.
Die AUB wies schon in der Vergangenheit mehrfach darauf hin, dass es sich bei dem gezahlten
Betrag an den Saarverein um einbehaltene Lohnbestandteile aller Mitarbeiter handelt.
Bei dem Gütetermin am 25.08.2011 hat sich in Bezug auf eine ebenbürtige Zahlung an alle Kläger keine
Einigung erzielen lassen. Der Anwalt von Opel räumte jedoch ein, dass es diesbezüglich keinen
Tarifvertrag gibt, sondern lediglich einen Sideletter zur Restrukturierungsvereinbarung, bei dessen
Ausarbeitung man Teile der Arbeitnehmervertretung außen vor gelassen hat. Man habe zu dieser
Zeit unter großem Druck gestanden und die IGM habe ausgenutzt, dass sich das Unternehmen in
Not befand. Nur so wäre es zur Unterzeichnung dieser Vereinbarung gekommen. Im übrigen war man nicht in der Lage den Unterzeichneten Vertrag vorzulegen.
Bezüglich der Auszahlung berief man sich auf ein Nichtwissen, weil der Saarverein allein für die Verteilung des
Geldes verantwortlich sei und wenn schon, dieser verklagt werden müsste und nicht Opel.
Wie der genaue Ablauf war und wieso sich Opel falsch angeklagt fühlt, wolle man bei einem
Kammertermin offen legen, der am 08.12.2011wiederum in Darmstadt stattfinden soll.






08.12.2011


Entscheidung vorm Arbeitsgericht in Darmstadt


Das Arbeitsgericht Darmstadt hat am Donnerstag den 08.12.2011 die Vereinbarung zwischen Opel und der IG Metall, zugunsten von IG Metall-Mitgliedern für unzulässig erklärt. Das 2010 während der Opelkrise in einer Nebenvereinbarung zum Zukunftssicherungsvertrag festgelegte Erholungsgeld verstößt für das Gericht gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Damit war die Klage der AUB-OPEL Betriebsgruppe erfolgreich.
Der Anwalt von Opel hat jedoch schon während des Prozesses erwähnt, dass man seitens des Arbeitgebers in Berufung gehen wolle.